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Social Distancing: Beziehungspflege in Zeiten von Corona

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Wir müssen, falls möglich,
von zuhause aus arbeiten und dürfen uns nicht mit anderen treffen – wenn doch, müssen wir auf ausreichend Abstand achten. Während wir unsere Bemühungen verstärken, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen wir auch darauf achten, dass wir nicht eine weitere Bedrohung der öffentlichen Gesundheit verschlimmern: die Einsamkeit.

Denn Einsamkeit kann auch krank machen, man neigt eher dazu, sich zu erkälten, Herzkrankheiten zu entwickeln und Depressionen zu erleiden. In einem kürzlich erschienenen Bericht der Health Resources & Services Administration heisst es, dass soziale Isolation genauso schädlich sein kann wie das Rauchen von 15 Zigaretten am Tag. Und im Gegensatz zu dem, was man vielleicht denken mag, fühlen sich nicht nur ältere Menschen isoliert. Auch die jüngeren, technologisch stärker vernetzten Generationen leiden darunter.

Während die Menschen Schutz suchen, darf die physische Distanz die Einsamkeit nicht verschlimmern. Hier sind
drei Tipps, um der schädlichen Isolation entgegenzuwirken:

1. Gestalte deine Kommunikation so reichhaltig wie möglich


Es gibt offensichtliche Vorteile von textbasierten Kommunikationsmitteln: Sie sind schnell, preiswert und die meisten Mitarbeiter haben Zugang zu ihnen und können sie bequem benutzen. Sie können schnell viele Menschen erreichen, und sie erstellen auch eine schriftliche Aufzeichnung von Ereignissen, die für die Verfolgung von Fortschritten und Aktualität wertvoll sein kann. Doch bedenke: Wenn du per E-Mail oder in einem Chat-Fenster schreibst, gibt es ausser ein paar Emojis nichts, was zusätzliche Hinweise über dich liefert.

"Wenn die Botschaft einfach und leicht verständlich sein soll, sind textbasierte Kommunikationsmittel in Ordnung, aber weil ihnen soziale Signale fehlen, sind sie schlechte Übermittler von Emotionen, Absicht oder Humor."

Die Kommunikation wird reicher, wenn man
Stimme und/oder Bild hinzufügt. Telefonanrufe und -konferenzen geben den Zuhörern Zugang zu stimmlichen Hinweisen. Bei Videokonferenzen können die Teilnehmer zudem Mimik und Handgesten beobachten. Eine Studie, die im Journal of Personality and Social Science veröffentlicht wurde, ergab, dass Sprecher im Vergleich zu E-Mail-Versendern fast 40 Prozent besser in der Kommunikation von Gefühlen waren. Wenn dein Ziel also darin besteht, dass sich die Menschen einbezogen und verbunden fühlen, solltest du auf Medien wie Telefon- oder Videokonferenzen zurückgreifen.

2. Achte auf Körpersprache & Stimme


Bei einem Telefongespräch geht es auch daraum,
wie du sagst, was du sagst. Die Qualität deiner Stimme kann ein entscheidender Faktor dafür sein, wie du wahrgenommen wirst. Sprecher mit höheren Stimmen werden als weniger einfühlsam, weniger kraftvoll und nervös beurteilt als Sprecher mit tieferen Stimmen. Eine einfache Technik, die man vor einer Telekonferenz anwenden kann: Lege die Lippen aufeinander und sage ein paar Mal hintereinander: „Um hum, um hum, um hum“. Das entspannt deine Stimme in eine wärmere und tiefere Tonlage.

Teilnehmer an Videokonferenzen werden eher durch heuristische Hinweise beeinflusst – zum Beispiel wie sympathisch sie den Sprecher wahrnehmen – als durch die Qualität der vom Sprecher vorgetragenen Argumente. Dies ist auf die höheren kognitiven Anforderungen zurückzuführen, die Videokonferenzen an die Menschen stellen. Wenn du also der Moderator einer Videokonferenz bist, wirst du
nonverbale Signale der Sympathie und Wärme hervorheben wollen: sich leicht nach vorne lehnen, lächeln, Handflächen zeigen, und dergleichen.

Ein
paar weitere Tipps, die du dir merken solltest:

  • Du wirst effektiver sein, wenn du langsam sprichst und dich klar ausdrückst. Mach zwischen den Gedanken eine Pause, damit die Teilnehmer das Gesagte verarbeiten können.
  • Denke daran, dass ablenkende Gesichtsausdrücke von der Kamera aufgenommen und übertrieben werden können.
  • Behalte eine „weniger ist mehr“-Haltung bei. Zappel nicht, indem du die Hände aneinander reibest, auf und ab hüpfst, mit den Fingern auf dem Schreibtisch trommelst oder mit deinem Schmuck spielst.
  • Halte positiven Augenkontakt, indem du auf den Bildschirm schaust, wenn andere sprechen, und auf die Kamera, wenn du sprichst. Es ist eine gute Idee, die Bildschirmkamera ein wenig tiefer zu stellen, damit du deinen Kopf nicht nach hinten neigen musst.

3. Technologie ist nicht alles


1984 schrieb John Naisbitt den Bestseller „Megatrends: Ten New Directions Transforming Our Lives“, in dem er das
Konzept des „high-tech, high-touch“ populär machte. Die Grundprämisse war, dass die Menschen mit zunehmender Fähigkeit zur anonymen elektronischen Kommunikation gleichzeitig mehr persönliche Interaktion benötigen würden. Naisbitt lag genau richtig, vielleicht sogar wörtlicher, als er wusste. Denn der Verlust der körperlichen Berührung beraubt uns der natürlichsten und wesentlichsten Form der nonverbalen Kommunikation.

Jede Kommunikationsstrategie erfordert Geschicklichkeit.

Eine gut gestaltete E-Mail kann effektiver sein als ein schlecht geführtes persönliches Treffen. Aber für das höchste Mass an Engagement und Verbindung, für den Aufbau und die Vertiefung von Beziehungen ist das persönliche Gespräch unbestreitbar das reichhaltigste und effektivste Kommunikationsmittel. Es bleibt die
stärkste menschliche Interaktion. Die Technologie bringt uns vielleicht der Reproduktion dieser Erfahrung näher, aber es gibt noch nichts, das die Intimität und Unmittelbarkeit, mit der Menschen von Angesicht zu Angesicht zusammenkommen, vollständig ersetzen kann.


Quelle: unternehmer.de