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Remote-Arbeit senkt nicht nur CO2-Emissionen

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Wie Sie produktiv Remote arbeiten


Tele-Heimarbeit senkt nicht nur CO2-Emissionen, sondern steigert oftmals auch die Produktivität. Was muss dabei beachtet werden?

Würden zusätzlich 450'000 Berufstätige in der Schweiz einmal pro Woche Remote statt im Büro arbeiten, müssten sie auf diese Weise laut einer Berechnung der Klimaschutzstiftung My Climate wöchentlich rund 4,5 Millionen Kilometer weniger mit dem Auto und 2,6 Millionen Kilometer weniger im öffentlichen Verkehr zurücklegen.

Insgesamt könnten so jede Woche 1400 Tonnen CO2 gespart werden. Bei durchschnittlich gut 47 Arbeitswochen pro Jahr würde die jährliche Ersparnis knapp 67'000 Tonnen CO2 entsprechen. Die Zahlen wurden 2010 berechnet. Da die Arbeitswege der Schweizer tendenziell immer länger werden, dürfte das Einsparungspotenzial zurzeit also noch grösser sein.

Zwischen 2001 und 2018 hat sich in der Schweiz gemäss dem Bundesamt für Statistik die Zahl der Erwerbstätigen, die zumindest gelegentlich Remote arbeiten, mehr als vervierfacht und ist von 250'000 auf über eine Million Angestellte und Selbstständigerwerbende gestiegen.

Die Zahl der Personen, die während 50 Prozent der Arbeitszeit oder mehr Remote leisten, steigerte sich von rund 30'000 im Jahr 2001 auf zurzeit 138'000 Personen. Es könnten jedoch noch mehr Büroangestellte mindestens einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeiten: Projektbezogene Arbeit, bei der nur wenige persönliche Interaktionen mit den Teamkollegen notwendig sind, und Aufgaben, für deren Erledigung höchste Konzentration aufgebracht werden muss, können Remote vielfach effizienter erledigt werden als im Büro.

Ruhiger Arbeitsplatz und stabiles Internet


Viele Remote-Arbeitende haben hierzulande noch immer mit dem Vorurteil zu kämpfen, sie würden zu Hause eine ruhige Kugel schieben. Was muss beachtet werden, damit produktiv Remote gearbeitet werden kann? Als Erstes sollte man sich zu Hause ein ruhiges Plätzchen schaffen, wo konzentriertes Arbeiten möglich ist. Wenn kein separates Zimmer dafür zur Verfügung steht, kann beispielsweise im Wohnzimmer eine Arbeitsecke eingerichtet werden.

Die virtuelle Infrastruktur muss ebenfalls stimmen: Ist die Internetverbindung stabil? Sind alle wichtigen Programme auf Ihrem Arbeitslaptop oder dem Heim-Computer gespeichert? Kann ausserhalb des Büros auf sämtliche Netzwerke und Speicherorte zugegriffen werden oder sind zusätzliche Authentifizierungsschritte notwendig? Wie hoch muss die Übertragungsgeschwindigkeit sein, damit Sie auch grosse Dateien herunterladen oder versenden können?

Es braucht Disziplin


Neben einer geeigneten Arbeitsumgebung braucht es Remote vor allem Selbstdisziplin. Man muss sich selbst motivieren können. Es ist ratsam, morgens einen Plan zu erstellen und genau festzulegen, welche Pendenzen abgearbeitet werden sollen. Viele erfolgreiche Tele-Heimarbeiter folgen beim Arbeiten zu Hause einer ähnlichen Routine wie im Büro. Ablenkungen gilt es konsequent zu vermeiden.

Fixe Arbeits- und Pausenzeiten können dabei helfen: Nach zwei Stunden konzentriertem Arbeiten oder der Fertigstellung einer kniffligen Aufgabe darf man sich als Belohnung beispielsweise einen Snack aus der Küche holen, ein kurzes Youtube-Video anschauen oder eine Rauchpause auf dem Balkon einlegen.

Der Wäsche oder der persönlichen Post sollten sich Remote-Arbeitende ausschliesslich vor Arbeitsbeginn, in der Mittagspause oder nach der Arbeit widmen. Wenn es mit der Disziplin, Selbstverantwortung, Organisationsfähigkeit und Motivation hapert und Sie sich Remote leicht ablenken lassen, sollten Sie ehrlich zu sich sein und in Zukunft wieder vermehrt im Büro arbeiten.

Kommunikationsregeln im Team festlegen


Vonseiten der Vorgesetzten ist ein Vertrauensverhältnis zu den Angestellten notwendig, um Mitarbeitende auch ohne Kontrolle vor Ort führen zu können. Es muss im Team festgelegt werden, wie mit ausserhalb des Büros arbeitenden Kollegen kommuniziert wird und ob man Remote durchgehend erreichbar zu sein hat oder ob Geschäfts-Handy und Kommunikationsapps beim Erledigen von Konzentrationsarbeiten vorübergehend auf lautlos gestellt werden dürfen. Auch Fragen der Datensicherheit müssen besprochen werden.

Die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, senkt nicht nur den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen, sondern erhöht auch die Arbeitszufriedenheit und Motivation der Angestellten. Selbstbestimmung ist im westlichen Kulturkreis wichtig. So kann es motivierend sein, in einer selbstbestimmten Umgebung und teilweise auch mit selbst gewählten Arbeits- und Pausenzeiten arbeiten zu dürfen.

Heutige Arbeitsplätze mit Gruppen- und Grossraumbüros und ständigem Kontakt zu den Kollegen sind nicht für alle Arbeitnehmer die geeignete Umgebung. Einen für sich passenden Arbeitsort auswählen zu dürfen, kann als Zeichen der Wertschätzung des Arbeitgebers empfunden werden und der Motivation zuträglich sein. Ausserdem wird man Remote weniger abgelenkt durch redselige Kollegen oder lautstarke Telefongespräche des Bürokollegen, es muss kein Dresscode befolgt werden und der oftmals als Belastung empfundene Arbeitsweg entfällt.

Quelle: 20minuten